EBV-Glossar: die Begriffe der Ersatzbaustoffverordnung
Wer stellt den Lieferschein aus, wer das Deckblatt, und was bedeuten Materialklasse oder Grundwasserdeckschicht? Die wichtigsten Begriffe in zwei Sätzen.
Stand 19.10.2026 · Information, keine Rechtsberatung
- Ersatzbaustoffverordnung (EBV)
- Bundesweite Verordnung über Anforderungen an den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe in technische Bauwerke. Sie gilt seit dem 1. August 2023 und ist Teil der Mantelverordnung. Pflichten im Überblick
- Mantelverordnung
- Verordnungspaket, das die Ersatzbaustoffverordnung einführt und unter anderem die Bundes-Bodenschutzverordnung neu fasst.
- Mineralischer Ersatzbaustoff
- Mineralischer Baustoff, der als Abfall oder Nebenprodukt anfällt und Primärbaustoffe ersetzt, etwa Recycling-Baustoffe, Bodenmaterial, Baggergut, Gleisschotter oder Schlacken (Anlage 1 EBV). Alle Ersatzbaustoffe und Klassen
- Materialklasse
- Einstufung eines Ersatzbaustoffs nach seinen Schadstoffgehalten, zum Beispiel RC-1 bis RC-3 oder BM-0 bis BM-F3. Die Klasse entscheidet, in welchen Einbauweisen das Material verwendet werden darf. Materialklassen
- Inverkehrbringer
- Wer einen Ersatzbaustoff abgibt: der Betreiber der Aufbereitungsanlage oder, bei unaufbereitetem Boden und Baggergut, der Abgebende. Er stellt den Lieferschein aus und bewahrt ihn 5 Jahre auf. Für Recyclingunternehmen
- Verwender
- Wer den Ersatzbaustoff einbaut, meist die Baufirma. Der Verwender erstellt das Deckblatt pro Baumaßnahme und übergibt es mit den Lieferscheinen an den Bauherrn. Für Bauunternehmen
- Lieferschein nach § 25 Abs. 1 EBV
- Begleitdokument jeder Lieferung eines Ersatzbaustoffs mit den Pflichtangaben nach Muster Anlage 7: Inverkehrbringer, Ersatzbaustoff mit Klasse, Abfallschlüssel, Güteüberwachung, Fußnoten, Lieferung, Beförderer, Datum und Unterschrift. Lieferschein-Generator
- Deckblatt nach § 25 Abs. 3 EBV
- Zusammenfassung aller Lieferscheine einer Baumaßnahme nach Muster Anlage 8. Erstellt vom Verwender, übergeben an den Bauherrn, aufbewahrt beim Grundstückseigentümer. Deckblatt-Generator
- Sammellieferschein
- Ein Lieferschein für mehrere Lieferungen. Laut Referentenentwurf vom Juli 2026 zulässig, wenn Baustoff, Materialklasse, Anlagenbetreiber und Baumaßnahme gleich sind. Die vier Bedingungen
- Voranzeige und Abschlussanzeige
- Anzeigen an die zuständige Behörde nach § 22 EBV, etwa ab 250 Kubikmetern bestimmter Klassen oder in Wasserschutzgebieten. Die Voranzeige ersetzt das Deckblatt. Wann die Anzeigen nötig sind
- Güteüberwachung
- Eignungsnachweis, werkseigene Produktionskontrolle und Fremdüberwachung für Ersatzbaustoffe aus Aufbereitungsanlagen. Die güteüberwachende Stelle steht im Lieferschein unter Nr. 3.
- Einbauweise
- Art des Einbaus nach den Einbautabellen der Anlagen 2 und 3, etwa Frostschutzschicht unter gebundener Deckschicht. Die Nummer der Einbauweise gehört ins Deckblatt.
- Grundwasserdeckschicht
- Bodenschicht zwischen Einbausohle und höchstem Grundwasserstand. Ihre Bodenart (Sand oder Lehm, Schluff, Ton) und der Grundwasserabstand bestimmen, welche Klassen zulässig sind.
- Abfallschlüssel
- Sechsstellige Nummer nach Abfallverzeichnis-Verordnung, etwa 17 05 04 für Boden und Steine. Ist der Ersatzbaustoff Abfall, steht der Schlüssel im Lieferschein unter Nr. 2.3. Gängige Abfallschlüssel
- Lieferkörnung und Bodengruppe
- Korngrößenbereich des gelieferten Materials, etwa 0/32, oder bei Boden die Bodengruppe nach DIN 18196, etwa GW. Angabe im Lieferschein unter Nr. 5.3.
- Kleinmengen-Ausnahme
- Für BM-0, BM-0*, BM-F0*, BG-0, BG-0*, BG-F0*, GS-0 und Schmelzkammergranulat kann der Lieferschein entfallen, wenn der Einbau insgesamt 200 Tonnen nicht überschreitet.
- Ersatzbaustoffkataster
- Verzeichnis der Länder über Einbauten von Ersatzbaustoffen, gespeist aus den Anzeigen nach § 22. Der Bund stellt den Ländern dafür ein Software-Werkzeug bereit.
Die Erklärungen geben die Ersatzbaustoffverordnung in der geltenden Fassung vereinfacht wieder und ersetzen keine Rechtsberatung. Der Wortlaut steht auf gesetze-im-internet.de.
Lieferscheine ohne Begriffsrätsel.
Der Generator fragt jedes Feld in der Reihenfolge des amtlichen Musters ab und erklärt, was hineingehört.
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